
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen 3 Diabetestypen:
Verstehen, was Diabetes ist und welche die verschiedenen Typen sind hilft Ihnen zu begreifen, was in Ihrem Körper vorgeht.
Diabetes bedeutet, dass der Körper nicht genug Insulin produziert oder er es nicht ordentlich verarbeiten kann. Insulin ist ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert wird. Diese Drüse befindet sich neben dem Magen. Der Körper braucht Insulin, um den Zucker von der Blutbahn in die Zellen zu befördern. Der Zucker ist der Kraftstoff, den der Körper für jegliche Aktivität braucht, sei es atmen, lesen, gehen oder laufen. Der Körper wandelt die Mahlzeiten in eine Zuckerart um, die man Glukose nennt. Bei Diabetes wird die Glukose nicht rechtmäßig in die Zellen verteilt und so bleibt viel davon in der Blutbahn stecken. Das nennt man Unterzuckerung oder hohen Blutzucker. Unbehandelt kann hoher Blutzucker Ihrem Körper sehr viel Schaden zufügen.
Diabetes mellitus Typ 1 kommt in jedem Alter vor jedoch meistens bei Kindern oder Erwachsenen in jungen Jahren. Deshalb wird es auch oft "jugendlicher" oder "juveniler" Diabetes genannt. Bei Diabetes mellitus Typ 1 produziert der Körper wenig oder gar kein Insulin.
Diabetes mellitus Typ 2 ist der meist verbreitete Diabetes Typ. Das übliche Einstiegsalter ist 40 Jahre. Bei Diabetes mellitus Typ 2 produziert der Körper nicht ausreichend Insulin oder die Zellen sind nicht mehr aufnahmefähig.
Als Gestationsdiabetes bezeichnet man hohen Blutzucker während der Schwangerschaft, bei Frauen die zuvor noch keinen Diabetes hatten. Nur wenige Frauen sind davon betroffen. Dieser Diabetestyp vergeht gewöhnlich nach der Geburt und tritt ungefähr in der 24. Woche der Schwangerschaft auf, wenn der Körper für das Wachstum des Säuglings eine erhöhte Menge an Hormonen produziert. Diese Hormone verhindern, dass das Insulin normal verarbeitet wird. Wenn das passiert, steigt der Blutzuckerspiegel.
Ein hoher Blutzuckerspiegel führt dazu, dass das Baby stark zunimmt und selbst Insulin produziert. Keine Sorge - die meisten Frauen mit Gestationsdiabetes bekommen gesunde Babys. Dennoch muss Gestationsdiabetes behandelt werden bis das Baby geboren ist. Das Erhalten des Blutzuckerspiegels auf normalem Niveau beschränkt das Aufkommen von Problemen bei Mutter und Kind.
Die meisten Diabetesbezogenen Komplikationen werden durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel hervorgerufen. Durch regelmäßige Kontrolle Ihres Blutzuckerspiegels können kurz- und langfristige Komplikationen bei Diabetes verringert werden.
Wenn der Blutzuckerspiegel über kurze Zeitspannen außer Kontrolle gerät, kann mit folgenden Komplikationen gerechnet werden.
Übliche Symptome bei Unterzucker sind Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, Schwitzen, Schwäche- und Schwindelgefühl, Gereiztheit und verstärktes Hungergefühl.
Übliche Symptome bei Hyperglykämie sind unscharfe Sicht, Kopfschmerzen, verstärktes Durstgefühl, häufiger Stuhlgang, Gereiztheit, Müdigkeit und unerklärbares, langfristiges Abnehmen.
Bakterielle Infekte, sowie Gerstenkörner und Karbunkel sind gängige Hautprobleme. Hefeartige Pilze können Juckreiz in den Hautfalten verursachen. Trockene Haut ist bei Diabetes ebenfalls üblich, der Grund dafür bleibt unbekannt. Hoher Blutzucker kann zu Dehydrierung führen und trockene Haut verursachen, schlechte Durchblutung kann ebenfalls eine Rolle spielen.
Durch tägliche Pflege der Haut können derartige Probleme vorgebeugt werden. Wenn Sie meinen eine bakterielle oder pilzartige Infektion zu haben, kontaktieren Sie Ihren Arzt.
Zuckerkranke sind des Öfteren mit Problemen, wie schlechter Durchblutung oder Taubheit befallen, was zu einer Reihe von Fußproblemen führen kann, wie trockene Haut, rissige Fersen, starke Hornhautbildung und Fußformveränderung.
Schlechte Durchblutung bedeutet, dass weniger Sauerstoff die Fußzellen erreicht. Wenn dies der Fall ist, könnte es zu Veränderungen im Wachsen der Fußnägel, schmerzhaften Geschwüren und verlangsamte Heilung führen. Manche Zuckerkranke können auch Nervenverlust in den Füßen aufweisen, was zu Taubheit führen kann. Nervenverlust kommt oft von langfristigem schwachem Blutzuckerausgleich. Beschädigte Nerven können zu geringerer Empfindlichkeit oder gar Taubheit im Fuß führen und Sie Temperatur, Druck oder Schmerz kaum spüren lassen. Wenn Ihre Füße erhitzen, vielleicht durch ein zu heißes Badewasser, könnten Sie sich verbrennen ohne es zu spüren. Des Weiteren könnte es sein, dass Sie Verletzungen, wie eine Schnittwunde durch einen scharfen Gegenstand oder eine Blase von zu engen Schuhen nicht merken. Dieser Empfindlichkeitsverlust gefährdet die Fußhaut. Der Fuß kann beschädigt sein, ohne dass es Ihnen überhaupt bewusst ist.
Die gute Nachricht ist, dass Sie durch gute Fußpflege diese Probleme reduzieren oder gar vorbeugen können.
Erhöhter Blutzuckerspiegel wirkt sich ebenfalls auf den Speichel aus. Bakterien ernähren sich von dem im Speichel enthaltenen Zucker und wachsen im Mund heran, was zu Wurzelhauterkrankungen führt. Wurzelhauterkrankungen oder Infekte in der Mundpartie beschädigen Zahnfleisch und Knochen, die Ihre Zähne festigen.
Durch gute Mundhygiene und regelmäßigen Zahnarztbesuch können Wurzelhauterkrankungen vorgebeugt werden.
Mit der Zeit werden durch erhöhten Blutzucker Blutgefäße und Nervensysteme in großen Körperorganen, Beinen und Füßen beschädigt. Diese Schäden können zu folgenden Komplikationen führen:
Möchten Sie sich besser fühlen? Mehr Energie haben? Das Leben in vollen Zügen genießen? Mehr erledigen? Klarer denken? Gesund in die Zukunft blicken? Wenn Ihre Antwort zu einer dieser Fragen "Ja" lautet, dann ist Diabetes Selbstkontrolle die Lösung für Sie.
Das Ziel des Selbstkontrollmanagements ist es, den Blutzucker so nah und so lange, wie möglich am normalen Niveau zu halten. Durch präzise Kontrollen Ihres Blutzuckers können Sie als Zuckerkranker ein normales, gesundes Leben führen.
Ihre Behandlung besteht nicht nur aus der Einnahme Ihrer Medizin. Es geht um Bewegung. Regelmäßige Bewegung ist ein großer Bestandteil des Selbstkontrollmanagements. Es geht außerdem um Diabeteskontrolle durch anständige Ernährung und tägliche Körperpflege. Und es gilt auch zu wissen, was zu tun ist, wenn Sie einen schlechten Tag erwischt haben. Zudem sollten Sie ebenfalls wissen, wie Pharmazeutika Ihren Blutzuckerspiegel beeinflussen können.
Diabetes Selbstkontrolle bedeutet, dass Sie eine aktive Rolle in der Diabeteskontrolle spielen. Das Messen Ihres Blutzuckerspiegels ist oft ein großer Teil des Selbstkontrollmanagements, aber es müssen auch andere Werte gemessen werden. Folgende Tests müssen ebenfalls von Ihrem Arzt durchgeführt werden: der Hämoglobin oder A1C-Test misst eine Durchschnittsquote des Blutzuckers über die letzten 2 bis 3 Monate; der Keton-Test stellt fest, ob Ihr Körper nicht Fett anstatt Zucker verbrennt. Des Weiteren muss auf Gewicht, Blutdruck und sogenannten Lipide (Fett im Blut) geachtet werden.
Viele Menschen denken, sie können Ihre Blutzuckerwerte an ihrem Befinden ausrichten. Manche haben ein "Hoch", auch wenn die Blutzuckerwerte niedrig sind und manch andere haben bei einem "Tief" normale oder hohe Werte. Der einzige Weg, sicher zu sein, ist durch das Blutzuckermessen. Das Messen gibt Ihnen auch einen Überblick, wie Ihr "Empfinden" sich auf den Blutzucker auswirkt. In wie weit reduziert Bewegung Ihre Blutzuckerwerte? Wie sehr kann übermäßiges Essen Ihre Werte beeinträchtigen?
Verwenden Sie das Messen als Werkzeug, um mehr über sich und Ihre Krankheit herauszufinden!